Sekteninformation

 

 

MANIPULATIONSTECHNIKEN

(Phänomen: Gehirnwäsche)

und

 TRANSPERSONALE ÜBERGRIFFE 

 

 

SELBSTHILFEFORUM FÜR BETROFFENE,

ANGEHÖRIGE UND BERATENDE PERSONEN

 

 

 

Einleitung

Immer wieder berichten betroffenen Sektenmitglieder und Sektenaussteiger von dem Phänomen des transpersonalen Übergriffs, sowie den in Sekten verwendeten Maipulationstechniken (umgangssprachlich: Gehirnwäsche).

Weder beratende Personen noch die Angehörigen der Betroffenen können diese Erscheinungen bisher nachvollziehen.

Was die negative Folge haben kann, dass die Betroffenen fälschlich psychiatrischen Erkrankungen zugeordnet werden können.

Aktuelle Erkenntnisse der Neuropsychologie und auch bekannte Techniken aus dem Bereich Psychologie liefern die Möglichkeit, diese Phänomene zu erzeugen, und dienen somit als Grundlage einer möglichen Erklärung. Auf medizinischen Erkenntnissen beruhend, soll damit sowohl den Betroffenen mehr Rückhalt gegeben, wie auch den Angehörigen und beratenden Personen mehr Verständnis vermittelt werden.

 

 

 

Denken und Fühlen sind verknüpft

Denken und Fühlen eng miteinander in Verbindung stehen´, zeigt schon die psychologische Technik: "Konditionieren"

In der Pädagogik werden angestrebte Verhaltensweisen durch "Verstärkungstechniken" gefördert, die positiv empfunden werden. (condition engl. = Zustand)

 

Das Denken, also auch Assoziationen zu Begriffen und Einstellungen sowie Weltanschauungen, hat eine Verknüpfung zu unserem Gefühlsleben.

Das Fühlen ist durch Erlebnisse, Meinungen von außen geprägt und ist durch Techniken wie Neurofeedback, NLP und Hypnose umprogrammierbar bzw.  umtrainierbar.

 

Diese Techniken werden in der Medizin und Psychologie zu Heilungszwecken verwendet. Zum Beispiel kann eine Spinnenphobie (die unbegründete Angst beim Anblick einer Spinne) bekannterweise durch Hypnose behoben werden: Das Angstgefühl wird genommen, das Gehirn umprogrammiert!

 

In der Neurologie würde man es so ausdrücken: Die Funktionsschleife in unserem Gehirn wird verändert. Die Nerven werden anders gebahnt, wenn man die Umprogrammierung durch Wiederholung automatisiert . (siehe Grafik unten)

Der Anblick des gleichen Bildes wird im emotionalen Bereich des Gehirns mit einem anderen Gefühl ( z.B. Entspannung statt Angst) verknüpft.

Dieses Vorgehen wird bereits von Psychologen eingesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Sekten ist bereits bekannt, dass manipulative Techniken (wie Hypnose, Neurofeedback, NLP oder energetische Arbeit) eingesetzt werden. Man verändert den ursprünglichen Gedankengang des Betroffenen indem man ihn umlenkt, manipuliert. Oder anders ausgedrückt zum UMDENKEN manipuliert. Dies wird durch Wiederholung automatisiert und kann das Denken wie z. B. die Weltanschauung des Betroffenen (z.B. über Gott, eine Sekte, Guru,…) dauerhaft ändern.

 

Von der Hilfe zur Bedrohung

Häufig beginnt es damit, dass der Betroffene eine Veränderung anstrebt, diese somit in seinem Sinne ist.

Möglicherweise strebt er eine Veränderung seiner Persönlichkeit durch Loslassen von Ängsten und anderen belastenden Zuständen an. 

Unangenehme Zustände wie Ängste werden durch die genannten Techniken behoben.

Doch der damit verbundene Aufbau von Vertrauen und Abhängigkeit (zum Beispiel zu Therapeuten oder Guru) wächst durch die positiven Erfahrungen und kann zusätzlich manipulativ unterstützt (programmiert) werden. Dies kann zum Verhängnis werden, wenn die Situation kippt und aus der Hilfe eine Bedrohung wird.

Die somit jahrelang aufgebauten Funktionsschleifen im Gehirn können dann nur noch schwer durchbrochen werden. Aufgrund der tiefgreifenden Wirkung der Techniken, ist viel mehr Willensstärke als bei einer anderen zwischenmenschlichen Trennung im Leben nötig.

 

Gehirnwäsche

Der umstrittene Begriff „Gehirnwäsche“  kann als eine Umschreibung der Beeinflussung auf die Denkweise einer Person gesehen werden, indem die damit verknüpften Gefühle verändert werden. Denkmuster werden „weggewaschen“ bzw. ausgetauscht / umtrainiert indem man sie durch andere ersetzt.

Ähnlich kann man NLP (neurolinguistische Programmierung) verwenden. Die Methode wird zur Veränderung psychologischer Abläufe im Menschen eingesetzt.

 

Transpersonale Übergriffe

Auch die von Betroffenen häufig berichteten transpersonalen Übergriffe sind durch diese Techniken erklärbar.

Transpersonale Übergriffe bezeichnet man das Gefühl der Sektenaussteiger, dass der Guru auf geistiger Ebene noch auf die Person wirkt bzw. übergreift.

 

Die spirituellen Riten der Gurus sind häufig Massenhypnosen. In Trance kann der hypnotisierten Person durch den Hypnotiseur unterschwellig eine Absicht eingegeben werden.

Die Absicht kann lauten: „Wenn du eine Spinne siehst wirst du ganz ruhig und verlierst jede Angst“

Ebenso kann sie lauten „ Wenn du schlecht über den Guru denkst, bist du eine schlechter Mensch und fühlst dich schlecht.“

Somit wird die Abhängigkeit zum Guru verstärkt.

Viele Sektenaussteiger leiden unter starken Schuldgefühlen, die durch solches Vorgehen erklärbar gemacht werden.

 

Eine andere Befehlseingabe die den transpersonalen Übergriff erklärt, könnte sein: „Wenn du die Gruppierung verlässt fühlst du dich immer noch in meiner Macht und spürst Du täglich  meine Gegenwart,  ….)

 

Resümee

Ich hoffe durch diese Erklärung Ihnen einen Einblick und Verständnis gegeben zu haben was hinter dem Phänomen stecken kann.

Betroffene müssen verstanden und unterstützt werden, was diese Broschüre auch beabsichtigt.

Selbst viele beratende Sekteninformationsstellen handeln die seltsam wirkenden Phänomene, häufig als unreal ab.

Die Betroffenen treffen somit zusätzlich zu der belastenden Situation der Trennung und Bedrohung, auf die Ungläubigkeit der Umgebung (Angehörige, Ärzte, Psychologen und Rechtssystem) anstatt auf das benötigte Verständnis und Hilfe. Die gesellschaftlich als psychisch schwach erklärte Randgruppe der ehemaligen  Sektenmitglieder, wird bei der Bitte um Hilfe häufig abfällig bezüglich ihrer Vergangenheit behandelt. Zusätzlich muss sie auch häufig erleben, dass die schlimme Erfahrung negiert wird und sie als psychisch erkrankte Person eingestuft wird.

Wenn ein Mensch den Schritt wagt eine von der Gesellschaft verpönte Handlung wie den Einstieg in eine Sekte zu wagen, sehe ich dahinter Ich-Stärke (die Person geht ihren Weg ohne sich von den Meinungen anderer beeinflussen zu lassen). Steigt diese Person wieder aus der Gruppe aus, handelt sie wiederum selbstbewusst, da sie sich wiederum nicht von der Umgebung soweit beeinflussen ließ, das zu tun was sie für richtig hält (diesesmal ist die Umgebung die Sektengemeinschaft). Hinzu kommt häufig der grausame Akt von Übergriff durch Hypnose, welcher sich nicht nachweisen lässt. Die Person ist nun nicht nur in einer starken Umbruchsphase ihres Lebens, sondern erfährt im relevantesten Bereich häufig keine Unterstützung,  auch nicht von Sektenberatungsstellen! Viele Betroffene ziehen es vor zu schweigen, anstatt als sich psychisch krank diagnostizieren zu lassen, da sie es definitiv nicht sind!

 

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